Hasst du das schon gewusst?

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 Hochzeitsbräuche und Rituale

Baumstamm zersägen

Der Baumstamm, den Braut und Bräutigam gemeinsam zersägen sollen, stellt die erste Herausforderung an das frischvermählte Paar dar.

Beim Verlassen des Standesamtes oder der Kirche wird dem Braautpaar ein Holzpfahl in den Weg gelegt. Braut und Bräutigam stehen nun vor der ersten Herausforderung ihrer jungen Ehe, die es gemeinsam zu meistern gilt. Mit einer Schrottsäge müssen sie den Baumstamm jetzt auseinanderschneiden. Dabei kommt esdarauf an, dass abwechselnd gezogen und entlastet wird, damit sich die Säge nicht verkeilt. Der Brauch steht für die Gleichberechtigung in der Ehe – auch in den Bereichen Reden und Zuhören oder Aktivsein und auch mal Nachgeben.

 

 

Blumenkinder/ Blüten streuen

Die Tradition, dass Blumenkinder beim Auszug aus der Kirche vor dem Brautpaar herschreiten und Blütenblätter auf dem Boden streuen, geht auf einen alten heidischen Brauch zurück. Der Duft der Blüten soll Fruchtbarkeitsgöttinnen anlocken, die dem frischvermählten Paar reichlich Nachwuchs bescheren.

 

Brautkleid

Der bräutigam darf das Kleid vor der Hochzeit nicht sehen. Das Brautkleid ist meistens weiß (das soll Reinchet, Licht, Eleganz und Fröhlichkeit symbolisieren) und wird von der Braut und ihrerMutter oder einer Freundin ausgesucht. Auf gar keinen Fall darf Bräutigam das Kleid vor der Hochzeit sehen! Es handelt sich dabei um einen Aberglauben, der besagt, dass Dämonen in Anwesenheit des Mannes böse Blicke auf die Braut werfen könnten. Deshalb trugen auch die Brautjungfern oft ganz ähnliche Kleider.

 

Brautjungfern

Als Brautjungfern eignen sich alle unverheiratete Freundinnen der braut. Sie sollen die bösen Geister – Vor allem auf dem Weg zum Altar von der braut ablenken. Damit ihnen das glückt, sollten sie sich in der Nähe der Braut aufhalten und Kleider tragen, die dem der Braut sehr ähnlich sind.

 

Brautschleier/Schleiertanz

Der brautschleier soll die Reinheit und Jungfräulichkeit der Braut symbolisieren.

Der Brautschleier ist ein modisches Accessoire. Früher, als Paare noch in ihren schwarzem oder dunklen Sonntagsgewendern heirateten, war er das einzige weiße Kleidungsstück und symbolisierte Reinheit und Jungfräulichkeit der Braut. Erst um mittenacht wurde der Schleier abgenommen – von da an war die Braut Ehefrau. Aus dem Abnehmen des Brautschleiers entwickelte sich ein weiterer Brauch, der auch heute noch gerne praktiziert wird: der Schleiertanz, der auch „Kranzlabsingen“ genannt wird. Dabei tanzt die Braut um Mitternacht zunächst alleine auf der Tanzfläche. Und alle unverheiratete Frauen kommen nach und nach und versuchen ein Stück des Schleiers zu ergattern. Dadurch sollen sie etwas von dem reichen Segen abbekommen, den das Brautpaar an diesem Tag erhalten hat. Werdem größten Fetzen abreißt, sollte die nächste braut sein.

 

Brautschuhe

Auch heute noch wird der Brutschuh oft mit 1-Cent-Münzen bezahlt.

Arme Menschen mussten früher jeden Pennig dreimal umdrehen, bevor sie ihre Aussteuer beisammen hatten. Mädchen mussten also schon im Kindesalter damit beginnen, für ihren zukünftigen Haushalt zu sparen. Wenn sie es schließlich schaffte, ihre Brautschuhe mit Pfennigen zubezahlen, war das für den Bräutigam die Garantie dafür, dass seine braut sparsam ist. Unter keinen Umständen durfte jemand anderer die Schuhe für die Braut bezahlen, weil man überzeugt war, daass das Unglück bringt.

Währened der Hochzeitsfeier gibt es den Brauch der Brautschuhversteigerung. Der Braut wird ihr Schuh „entwendet“. Anschließend wird der Schuh unter dem Gästen symbolisch versteigert. Dabei legen die Gäste ihre Gebote in den Brautschuh. Zum Schluss ersteigert der Bräutigam den Schuh samt den bis dahin eingeworfenen Beiträgen. Das Geld bleibt beim Brautpaar und der Bräutigam gibt den Schuh an seine Braut zurück. Ein aus England stammender Brauch hat sich auch in Deutschland zu einer beliebten Tradition entwickelt.

 

Der Brautstrauß

Der Brautstrauß hat bei der hochzeit mehrere Funktionen: Er spielt eine wichtige Rolle bei der brautentführung und wird schließlich gegen des Abends in die menge geworfen, um die unverheiratete Frau zu finden, die als nächstes vor den Traualtar treten wird.

Es ist Tradition, dass der bräutigam den Brautstrauß aussucht, kauft und ihn der Braut überreicht – allerdings erst vor oder in der Kirche. Von da an ist es Aufgabe der braut, den Strauß nie aus den Augen zu lassen, denn wenn es jemandem gelingt, ihn zu entwinden, dann hat er mit dem Strauß auch die Braut „gestohlen“. Es folgt der Brauch der „Brautentführung“. Die Braut wird von Freunden weggebracht und in einem der umliegenden Wirtshäuser „versteckt“. Der Bräutigam muss sich nun auf die Suche nach seiner Angetrauten begeben. zum Brauch gehört es außerdem, dass der Ehemann die offenen Rechnungen in den Gaststätten zu begleichen hat, in denen er nach seiner Frau sucht. Ausgelöst wird die Braut schließlich mit einigen Kästen Bier oder anderen hochprozentigen Getränken.

Seien Ursprung hat der wohl gängigste Brauch in Deutschland im Mittelalter. Ein Mythos besagt, dass die Adelige oder Gutsherren damals die Bräute ihrer Untertaten kidnappen ließen, um sie in der ersten nacht nach der Hochzeit für sich selbst zu beanspruchen („Rechte der ersten Nacht“). Aufgabe der Trauzeugen war es, die Braut zur Not mit ihrem Leben vor der Entführung zu beschützen. Im gegensatz zur heutigen Zeit handelte es sich damals also nicht um einen Spass.

Der Brautstrauß hat aber noch eine zweite Verwendung: Gegen Ende der Feierlichkeiten wirft die Braut ihren Strauß mit verbundenen Augen oder mit dem Rücken zur Menge in eine Ansammlung von unverheirateten Frauen. Diejenige, die den Brautstrauß ergattert, wird – so  glaubt man – als nächste heiraten.

 

Hochzeitstorte

Das gemeinsame Anschneiden der Hochzeitstorte symbolisiert Zusammenhalt und Einigkeit.

Das Brautpaar schneidet die Hochzeitstorte gemeinsam an. Das soll den Zusammenhalt und die Einigkeit in einer harmonischen Ehe symbolisieren. Wer dabei aber die hand obenauf hat, der wird – so der Glaube – auch un der Ehe das Sagen haben.

 

Junggesellenabschied

Während der Junggesellenabschied heute für den Bräutigam und seine Kumpel eine  Gelegenheit ist, es nochmal so richtig krachen zu lassen, war er in seiner ursprünglichen Form eine Ehe unlustige und ernste Angelegenheit. Der Brauch kommt nämlich aud England (und heißt dort “ Stag Night“) und wurde einst vom Vater der Braut organisiert.

Der zukünftige Ehemann musste an diesem Abend lange Ansprachen über die Bedeutung der Ehe und das Ende eines Lebensabschnitts über sich ergehen lassen – quasi als letzte Bewährungsprobe. Irgendwann bürgerte es sich ein, dass sich der Bräutigam bei Spielchen bewährenund als würdig erweisen musste. Auf Grund der Emanzipation gbt es inzwischen auch Junggesellinnenabschiede, die nach ähnlichem Muster verlaufen. Meist werden sie von Freunden organisiert und finden ein bis zwei Wochen vor der Hochzeit statt, damit das brautpaar genügend Zeit hat, sich wieder zu regenerieren.

 

Küssen

Bei dänischen Hochzeitsfeiern ist es Brauch, dass die Gäste Braut oder Bräutigam küssen dürfen, sobald einer der beiden den Raum verlässt. Wenn also die Braut zum Beispiel auf die Toilete geht, um ihr Make-Up nachzubessern, ist der Bräutigam während ihrer Abwesenheit zum Küssen freigegeben.

 

Polterabend

Frei nach dem Motto „Scherben bringen Glück“ wird am Polterabend Geschirr zerschlagen

Es wird vermutet, dass der Brauch des Polterabends noch aus der vorcristlichen Zeit stammt. Schon damals wurde Steingut und – Soweit vorhanden – Porzellan zerschlagen… frei nach dem Motto „Scherben bringen Glück“. Der Lärm soll außerdem böse Geister vertreiben. Die Scherben müssen anschließend vom Brautpaar gemeinsam zusammengekehrt und entsorgt werden. Doch Vorsicht: Uner keinen Umständen sollte Glas zerschlagen werden, denn das bringt Unglück. Oft findet der Polterabend am Tag vor der standesamtlichen oder kirchlichen Trauung statt. Sein zweiter Zweck besteht darin, dass auch jene Bekannte und Freunde dem Brautpaar gratulieren können, die nicht zurHochzeit eingeladen sind. Das Brautpaar gibt lediglich den Termin bekannt und hofft, dass viele Leute kommen.

 

Reiswerfen

Das Brautpaar wird beim Verlassen des Standesamtes oder Kirche einer alten asiatischen Tradition folgend von den Gästen mit Reiskörnern beworfen. Der Reis steht für Fruchtbarkeit und reichen Kindersegen. Inzwischen ist das Werfen von Reiskörnern allerdings in vielen Gemeinden und Kirchen verboten. Die Gründe: Die Verschwendung von Lebensmitteln (während man in anderen Teilen der Welt hungert) wird – vor allen von der Kirche – nicht gerne gesehen. Andere Personen können auf den Reiskörnern ausrutschen. Um zudem lockt das Lebensmittel Tauben und Ratten an und unterstützt deren Vermehrung. Wer auf das Reiswerffen nicht verzichten möchte, sollte das in jedem Fall mit der jeweiligen Gemeinde oder Kirche absprechen und selbsverständlich für die anschließende Beseitigung der Reiskörner sorgen. Als Alternativen bieten sich Seifenblasen, die von den Gästen in die Luft gepustet werden (stehen für die Träume und Hoffnungen des Brautpaars, die in Erfüllung gehen sollen), Konfetti, Bonbons oder ähnliches an.

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